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Mittwoch, 30 März 2022 10:40

Die Hände zum Gruß gefalten: Indien auf der EXPO 2000

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Schon von weitem viel der indische Pavillon mit seiner auffälligen und doch einfachen Architektur auf. Indien tritt dabei nicht nur als uraltes Kulturland auf, sondern präsentierte auch seine Fortschritte im technischen Bereich. Durch diese Mischung entstand ein vielbesuchter Pavillon auf dem Westgelände, der auch heute noch in der Region Hannover zu finden ist.

 

Tradition und Moderne

Mehrere tausend Jahre Kulturgeschichte machen Indien zu einer Wiege der Zivilisation. Buddhismus und Hinduismus haben ihren Ursprung auf dem indischen Subkontinent und Indiens Spiritualität fasziniert weit über die Grenzen hinaus mit ihren Meditations- und Entspannungsübungen, wie etwa Yoga. Genau diese Aspekte griffen die Macher des Indischen Pavillons auf und verbanden sie mit der kühlen Moderne.

Daraus entstand eine einmalige Begrüßung für alle Besucherinnen und Besucher: Eine zwölf Meter hohe Stahlkonstruktion nimmt die Geste der gefalteten Hände des traditionellen indischen Namaskar auf, was so viel wie „Ich grüße das Göttliche in Dir“ bedeutet.

Auf 2.130 m² Fläche bot der indische Pavillon dann Einblicke in die zahlreichen Leistungen der Nation, die man vielleicht nicht sofort damit verband, wie zum Beispiel im Bereich der Astronomie, der Mathematik und Physik, oder auch der Kunst.

Auch bei der Besucherführung orientierte man sich an den spirituellen Gedanken und Traditionen. So war der Grundriss des Pavillons einem Mandala nachempfunden. Von außen nach innen, also Schicht für Schicht, bewegt sich der Besucher zur zentralen Aussage der Ausstellung vor: „Die Kunst, in Harmonie zu leben.“

Aus Gegensätzen wird Harmonie

So mancher Gegensatz wurde mit der Ausstellung ausgeräumt und anschaulich gezeigt, wie selbst große Weltreligionen friedlich miteinander leben können. All das wird begleitet von authentischen Melodien und Umgebungen. So werden sich einige Besucherinnen und Besucher sicherlich noch an die traditionellen Gewänder der Hostessen erinnern oder an das Familienhaus im Inneren des Pavillons, was übrigens ein gutes Beispiel für das Zusammenleben mehrerer Generationen unter einem Dach ist. Im Gegensatz zu anderen Pavillons konnte man so wirklich in die Kultur des Landes eintauchen.

Ein Highlight war dann aber sicherlich für viele Besucherinnen und Besucher am Ende des Pavillons zu finden. An den beiden Außenseiten befanden sich kleine Läden, die so manches Souvenir bereithielten – wenn auch zum EXPO-üblichen Preis…

Insgesamt waren die Organisatoren des Pavillons mit dem Auftritt ihres Landes zufrieden. Laut Schätzungen besuchten rund 14.000 Besucherinnen und Besucher täglich den Nationenpavillon und ließen sich von der indischen Kultur verzaubern.

Mit dem Ende der Weltausstellung wurde der Pavillon abgebaut und innerhalb der Region Hannover neuaufgebaut als Freizeitzentrum. Noch heute finden dort Spiel und Spaß statt – und vielleicht auch ein Hauch von indischer Harmonie…

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Maurice Semella

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