Mittwoch, 20 Januar 2021 10:00

Ein (kleiner) Vorgeschmack auf die EXPO 2020

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Eigentlich wäre die EXPO 2020 in Dubai jetzt im vollen Gange. Tausende Besucherinnen und Besucher würden über das weitläufige Areal am Stadtrand von Dubai strömen und sich von den Innovationen faszinieren lassen und die Welt von morgen gestalten. Dann aber kam die Corona-Pandemie dazwischen und setzte den Plänen ein jähes Ende.

Um interessierten Menschen dennoch einen kleinen Vorgeschmack auf die EXPO 2020 zu geben, konnte man für nur 25 AED (ca. 5,70€) vom 22. Januar 2021 bis zum 10. April 2021 einen der Pavillons besuchen und einen Blick auf die Zukunft werfen.

Der Nachhaltigkeitspavillon "Terra", welcher auf einem 29.159 m² großen Grundstück steht, wurde nicht nur inhaltlich ein großer Wert auf die Umsetzung des Themas Nachhaltigkeit und Sustainability gelegt. Auch das Gebäude an sich, welches vom britischen Architekturbüro Grimshaw Architects entworfen worden ist, soll die höchste verfügbare Akkreditierung für nachhaltige Architektur erfüllen - die LEED-Platin-Zertifizierung. So tragen die 1.055 Solarmodule auf der gesamten Oberfläche von „Terra“ dazu bei, jährlich 4 Gigawattstunden an regenerativer Energie zu erzeugen – zum Vergleich: das ist genug Strom, um mehr als 900.000 Handys aufzuladen. Somit fungiert der Pavillon nicht nur als einer der Eingangsbereiche zur Weltausstellung, sondern auch als Vorbild für nachhaltige Architektur.

Drei Themenbereiche - eine Botschaft
Im Pavillon treffen Besucherinnen und Besucher auf drei Themenwelten, um in die Welt der Naturwunder einzutauchen. Nach einer Wanderung durch Waldwurzeln und dem Eintauchen in die Tiefen des Ozeans erfahren die Besucherinnen und Besucher, welche Folgen unsere Handlungen für die Erde haben. Dabei geht es nicht nur um die sichtbaren Veränderungen, sondern auch um all die „unsichtbaren“ Auswirkungen unserer Handlungen.
Der Pavillon zeigt aber auch ein intelligentes Wassermanagement. Durch innovative Bewässerungstechniken, darunter ein Grauwasser-Recycling-System, soll gezeigt werden, wie man den Wasserverbrauch um 75 Prozent reduzieren kann. Damit werden ganz neue Wege für eine bessere Nachhaltigkeit aufgezeigt, um unseren Planeten auch für zukünftige Generationen zu erhalten.
Auch auf der EXPO 2000 stand bereits die Nachhaltigkeit auf der Agenda. Die Ausstellung hatte es sich zur Aufgabe gemacht die heutigen und künftigen Möglichkeiten für ein neues und besseres Verhältnis zwischen Mensch, Natur und Technik auf einprägsame und fesselnde Weise darzustellen. Viele der damaligen Ideen wirken bis heute nach und manche der weltweiten Projekte passen besser denn je in unsere heutige Zeit.
Nicht die erste Pandemie in EXPO-Zeiten
Interessanterweise ist dies nicht das erste Mal in der Geschichte der Weltausstellungen der Fall. Bereits im 19. Jahrhundert fand in Wien die EXPO 1873 trotz der Choleraepidemie vom 01. Mai bis zum 02. November 1873 statt. Das Gelände damals war 233 Hektar groß und 35 Länder nahmen an der fünften Weltausstellung teil. Der Grund für die vielen Zusagen seitens der Teilnehmer waren sowohl die vielen Reisen der beiden Erzherzöge in den Orient, sowie die diplomatischen Kontakte des Ausstellungsleiters Wilhelm Freiherr von Schwarz-Senborn. Trotz des Ausbruchs der Cholera kamen über sieben Millionen Besucher auf das EXPO-Gelände, dem Wiener Prater.
Gelesen 100 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 14 April 2021 08:48
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