Pavillon im Fokus: Das Königreich der Niederlande

Von gestapelten Landschaften und ganz vielen Tulpen - so lässt sich der Nationenpavillon knapp zusammen fassen.

Heute wollen wir euch deshalb im Rahmen unserer Serie "Pavillon im Fokus" kurz den Niederländischen Pavillon näher vorstellen.

Mit gestapelten Landschaften, die sich bis zu vierzig Meter hoch auftürmen, präsentieren sich die Niederlande auf der EXPO 2000. Die erste Frage, die sich viele Leute stellen: Warum baut man einen so hohen und gleichzeitig kompakten Pavillon?

 

"Holland schafft Raum"

Unter dem Motto "Holland schafft Raum" zeigte man, wie man engstem Raum ökologisch und ökonomisch gebaut werden kann. Auf dem rund 9000 Quadratmeter großen Grundstück baute man einen Pavillon mit circa 1000 Quadratmetern Fläche. Doch durch die gestapelte Bauweise schuf das Architektenbüro MVRDV fast sechsmal so viel Fläche für die Präsentation des Landes.

Wie spektakulär diese Idee war, zeigt ein Blick in das Jahresmagazin 1999/2000. Als Lösung für "Platzprobleme" wurde der Pavillon der Niederlande damals vorgestellt. Die Städte der Zukunft, so stellte man es sich damals vor, würden einfach übereinander geschichtet werden - mit samt Seen und Wiesen.

Mit der Landespräsentation wollte man aber auch die gängigen Klischees aufbrechen. Ein Aufzug fuhr die Besucher zum Dach mit Wasserlandschaft und neuartigen Windrädern, die einen Teil der Energie für den Pavillon lieferten. Das Wasser diente gleichzeitig auch als "Vorhang" für den Theatersaal. Da Holland zu einem großen Teil unter dem Meeresspiegel liegt, führte der Besuch des Pavillons sinnigerweise von oben nach unten.

Auf Außentreppen gelangten die Besucherinnen und Besucher in ein Stehkino in der vierten Etage, wo Sie in zwei Kurzfilmen die unbekannten Seiten der Niederlande entdeckten.Im Wald der Niederlande

Das Highlight war aber für viele Leute auf der dritten Ebene zu finden.
Hier wurde in luftiger Höhe ein ganzer, zwölf Meter hoher Wald gepflanzt.
Er wächst dabei aus dem zweiten Stockwerk heraus nach oben. Seine Wurzeln stehen für das Netz aus Wegen, Häfen, Kanälen, sowie Unternehmen der Niederlande.

Mit einem blühenden Blumenfeld wartete Holland dann im ersten Stockwerk auf. An einer Dünenlandschaft mit Café-Terrasse vorbei gelangte man wieder in die mit Skulpturen bestückte Parklandschaft um den Pavillon herum.

 

Der Pavillon heute

Auch heute noch wirkt das Aussehen visionär und doch befremdlich. Die Idee, Gebäude stapeln wird heute noch immer von einigen Architekturbüros verfolgt. Platz ist und bleibt ein rares Gut in vollen Städten.

Gleichzeitig ist der damalige Besuchermagnet zu einer Ruine verfallen. Durch mehrere Brände wurde das Gebäude stark in Mitleidenschaft gezogen. Nun aber zeichnet sich aber ab, dass bald neues Leben in den Pavillon einziehen wird. Und dann werden sie wieder da sein: Die gestapelten Landschaften.

Letzte Änderung am Mittwoch, 27 Mai 2020 22:12

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